Das Wetter ist kaputt. Wenn du auf Teneriffa dieses Gefühl hast, weil es auf einmal ziemlich kalt ist, es stürmt und es Starkregenschauer gibt, dann könnte ein Wetterphänomen der Grund sein. Eine DANA.

DANA ist die Abkürzung für depresión aislada en niveles altos; auf Deutsch lässt etwa mit „isolierte Depression in großen Höhen“ übersetzen.

Was ist eine DANA?

Eine DANA ist ein spezielles Tiefdruckgebeit: Es entsteht, wenn ein ordentlicher Schwung Polarluft zu weit nach Süden driftet und von den nördlicher liegenden Hochdruckgebieten abgeschnitten wird.

Ein DANA Höhentief liegt meist in 5–10 km Höhe (in der oberen Troposphäre) und ist von der üblichen Westwind-Strömung (Jetstream) abkoppelt. Ohne den Einfuss dieser Winde, bewegt sich ein so abgeschnittenes Tief mitsamt der kalten Polarluft sehr langsam, bleibt stationär oder bewegt sich sogar zurück. So beeinflusst dieses schwer vorhersagbare Tief mehrere Tage lang dasselbe Gebiet.

Wie wirkt sich eine DANA auf das Wetter aus.

Eine DANA kann intensive und anhaltende Wettersituationen auslösen. Trifft die sehr kalte Luft in der Höhe auf sehr warme, oft feuchte Luft in Bodennähe (insbesondere über dem warmen Meer nach den Sommermonaten) wird die Atmosphäre extrem instabil und es können sich explosive Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen bilden.

Der Grund dafür: Umgeben nur von warmer Luft entsteht in der Vertikalen eine Art Unterdruck, mit dem enorme Mengen feuchtwarmer Luft angesaugt werden. Die warme, feuchte Luft am Boden oder über dem Meer steigt schnell in die Höhe auf. Beim Aufsteigen kühlt sie ab, der Wasserdampf kondensiert, Quellwolken bilden sich und werden immer mächtiger. Wenn dann noch Gebirge dazukommen, wird die Luft zusätzlich zum Aufsteigen gezwungen. So können sehr kräftige Gewitter mit extrem starkem Regen entstehen, die aufgrund der nahezu stationären Natur der DANA über einem eng begrenzten Gebiet abregnen.

„Gota fría“ („kalter Tropfen“) ist der traditionelle, umgangssprachliche Begriff , der vor allem für die Folgen einer DANA verwendet wird: extremen Regenfälle, Sturzfluten und Überschwemmungen.

Vereinfacht lässt sich also sagen:

  • DANA = die Ursache in der Höhe
  • gota fría = das oft katastrophale Unwetter am Boden

So dramatisch kann es werden

Traurige Berühmtheit hat die DANA 2024 in Valencia erlangt. Die Kaltfront hatte Starkregenfälle ausgelöst; innerhalb von 8 Stunden fiel bis zu 422 Liter Regen pro Quadratmeter. Das löste Sturzfluten und Schlammlawinen aus, die zahlreiche Menschen in Wohnungen oder Autos einschlossen.

In den Regionen Valencia, Andalusien und Murcia wurden mehr als 156 km² Land überflutet, rund 190.000 Menschen waren direkt von der Flut betroffen. Infolge der Überschwemmungen starben 236 Menschen.

Kann eine DANA Teneriffa treffen?

Die Antwort lautet: Ja. Die Wahrscheinlichkeit ist gering, aber nicht gleich null.

Was sind die Gefahren?

Teneriffas zerklüftete Landschaft mit steilen Berge, tiefen Tälen und vielen Schluchten sowie empfindlichen Küstenabschnitten macht die Insel anfällig für Überschwemmungen und Erdrutsche bei extremen Wetterereignissen.

Auch wenn heftige Regenfälle wie bei einer DANA auf Teneriffa nur selten vorkommen, existieren Gebiete, in denen Überschwemmungen oder überlaufende Schluchten eine Bedrohung für Mensch und Tier sein können.

Sei also vorsichtig, vor allem in der Nähe von Barrancos. Diese können bei Starkregen innerhalb von Minuten zu reißenden Flüssen werden.

Die DANA, die Santa Cruz innerhalb einer Stunde verwüstete

Santa Cruz, die Hauptstadt von Teneriffa weiß, wie sich eine DANA auswirkt: Am 31. März 2002 forderte eine starke Überschwemmung acht Todesopfer und zerstörte etwa 700 Häuser sowie mehr als tausend Fahrzeuge.

Innerhalb von 24 Stunden fielen 232 Liter Regen pro Quadratmeter. Davon unglaubliche 130 Liter in nur einer Stunde. Die Niederschlagsmenge war in den Wetteraufzeichnungen der Insel bisher unerreicht und entspricht ungefähr der Regenmenge, die in einem ganzen Jahr fällt.

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