Auf Teneriffa gibt es einige Wanderungen, für die du eine Genehmigung benötigst. Diese Regelung mag auf den ersten Blick lästig erscheinen, dient aber dem Schutz der Natur und der Erhaltung der einzigartigen Landschaften der Insel.
Du kannst diese Genehmigungen einfach und schnell online beantragen, und einige davon sind sogar kostenlos. Zur Buchung, klick einfach auf die entsprechenden grün hinterlegten Links.
Unser Tipp: beantrage die Genehmigung(en) frühzeitig, da sie oft schnell ausgebucht sind und der Zugang zu diesen wunderschönen Naturgebieten ohne die erforderlichen Erlaubnis nicht gestattet ist.
Kostenlose Genehmigungen
Teide Wanderwege
Wege zur oberen Seilbahnstation
Diese Strecken von der Teidebasis zur oberen Seilbahnstation sind genehmigungspflichtig, also die Wege:
- PNT 09 Teide – Pico Viejo – Mirador de Las Narices del Teide
- PNT 23 Los Regatones Negros
- PNT 28 Chafarí
Gilt natürlich genauso in die umgekehrte Richtung, also von oben zur Teidebasis.
Die Genehmigungen für diese Wanderwege kannst du über Tenerife ON beantragten.
Achtung: keine dieser Genehmigungen umfasst den Aufstieg zum Pico del Teide, also zum Teidegipfel. Hierfür wird eine seperate, kostenpflichtige Anmeldung fällig.
Anaga
Im Anaga-Gebirge gibt es Wanderwege, die durch Zonen mit kontrolliertem Zugang verlaufen, darunter die Naturreservate von El Pijaral und das Sperrgebiet des Monte de Aguirre.
Für Wanderungen in diesen Gebieten kannst du die erforderlichen Genehmigungen hier beantragen:
mit Genehmigung, zu bestimmten Zeiten kostenpflichtig
Weg zur oberen Seilbahnstation – PNT 07
Diese Strecke von der Teidebasis zur oberen Seilbahnstation ist genehmigungspflichtig:
PNT 07 Montaña Blanca – La Rambleta (obere Seilbahnstation)
neu ab dem 19.1.2026:
in der Zeit von 9-17 Uhr zahlen Touristen für den Sendero 07
- 6 Euro an Wochentagen
- 10 Euro an Wochenenden und Feiertagen
Außerhalb dieser Zeiten ist der PNT 07 genehmigungspflichtig, aber kostenfrei.
Weg zum Teidegipfel – PNT 10
Der Aufstieg zum höchsten Punkt Spaniens, dem Pico del Teide (3.715 m), erfordert eine spezielle Genehmigung. Diese ist notwendig, um den letzten Abschnitt von der oberen Seilbahnstation La Rambleta zum Gipfel zu erklimmen.
PNT 10 Telesforo Bravo – obere Seilbahnstation bis Gifpel
neu ab dem 19.1.2026:
in der Zeit von 9-17 zahlen Touristen für den Sendero 10 15 Euro.
Außerhalb dieser Zeiten ist der PNT 10 genehmigungspflichtig, aber kostenfrei.
mit Genehmigung, immer kostenpflichtig
Barranco de Masca
Die Wanderung durch den Barranco de Masca ist vermutlich die berühmteste Wanderung Teneriffas und führt dich vom malerischen Dorf Masca im Teno-Gebirge durch eine beeindruckende Schlucht mit hoch aufragenden Felswänden und zahlreichen Highlights aus Geologie, Pflanzen- und Tierwelt bis zum Meer. Von dort aus geht es dann per Boot nach Los Gigantes.
Seit 2024 ist für diese Wanderung eine kostenpflichtige Genehmigung erforderlich. Der Zugang ist nur an bestimmten Tagen möglich (freitags bis sonntags). Du musst zudem ein Ticket für die Rückfahrt mit dem Boot kaufen, da dies Voraussetzung für den Zugang zur Schlucht ist.
Weitere Informationen und das kostenpflichtige Buchungsportal findest du auf der caminobarrancodemasca.com Und hier gibt es die verschiedenen zugelassenen Bootstour-Anbieter.
Gut zu wissen: Parken in Masca ist auf 2 Stunden begrenzt.
Barranco del Infierno
Die Wanderung durch den Barranco del Infierno führt dich durch eine beeindruckende Schlucht mit hohen Felswänden und üppiger Vegetation. Am Ende der Route erwartet dich der größte Wasserfall Teneriffas.
Der kostenpflichtige Zugang zu dieser Wanderung ist auf 300 Personen pro Tag begrenzt.
Alle Infos und die Möglichkeit zur online Reservierung findest du unter Barranco del Infierno.
Hier findest du weitere Inspirationen & Infos für Teneriffa
Soviele Genehmigungen nötig….da fahre ab sofort auf andere kanarische Inseln. Tschüss Teneriffa!!!
Keine Frage, auch die anderen Kanarischen Inseln sind schön. Ich möchte nicht deine Stimmung vermiesen, aber auch dort brauchst du für die ein oder andere Wanderung eine Genehmigung z.B. für den Roque Nublo auf Gran Canaria oder den Nationalpark Caldera de Taburiente auf La Palma. Und die Montañas del Fuego im Timanfaya Nationalpark kannst nicht selbst erkunden, sondern musst dich einer geführten Bustour anschließen. Everything is better on the other side of the other side.
Unser Eindruck ist leider auch, daß Teneriffa (wer auch immer genau) die an der Natur interessierten Gäste vertreiben möchte. Am besten immer alles erst einmal möglichst lange sperren, sonst mindestens kassieren und hinterher doch noch entscheiden, daß man nicht wandern darf.
Ganz ehrlich: Um mich in irgendwelchen Hotelburgen mästen zu lassen, fliege ich nicht so weit. Dann schränke ich meine Wandersaison lieber ein und bleibe auf dem Festland.
Einige Beispiele:
– An der Fahrstraße vom Erjos-Paß Richtung Westen steht einfach nur, daß sie komplett gesperrt ist. Gemeint ist letztlich wohl der viel später abzweigende Weg nach Santiago del Teide, alle anderen Wege sind nämlich frei, aber man kann ja erst einmal alles verbieten.
– Alle Wege in der Teide-Canada sind Montag, Mittwoch und Freitag gesperrt, angeblich wegen Mufflon-Jagd. Aber wenn man sich die Mühe macht, nach den genauen Informationen zu suchen, sieht man, daß die im Januar eigentlich nur noch an wenigen Tagen stattgefunden hat. Die Schilder bleiben aber natürlich einfach stehen.
– Mitten auf dem Weg Nummer 8 im Teide-Nationalpark, steht ein Schild, daß dort ein Militärgebiet beginnt und das Betreten verboten ist. Wenn man sich die Sache genau betrachtet, ist dieses Schild wesentlich älter als die Nationalparkausschilderungen, die bis zur Degollada de Guajara durchgehen, aber auch hier läßt man das Schild einfach stehen, vielleicht schreckt es ja ein paar Wanderer ab. (Das tut es definitiv, mein Mann wäre auch umgekehrt, Militär klingt ja immer gefährlich.)
– Der Barranco Seco ist 7 Monate lang (von Februar bis August) für brütende Vögel gesperrt. Wer soll das glauben? Außerdem wurde der Ort der Sperrung in den letzten Jahren so weit in der Schlucht nach oben verlegt, daß von der Wanderung in dieser Zeit praktisch nichts mehr übrigbleibt. Und das Schild wurde so aufgestellt, daß etliche Leute auch in den anderen Monaten aufgeben (habe ich selbst beobachtet), weil man schon aus der Ferne sieht, daß der Durchgang verboten ist, und man erst in die vermeintliche Sackgasse gehen muß, um die Regelung mit den Monaten lesen zu können.
– Für alle Wanderungen rund um den Teide braucht man eine kostenpflichtige Genehmigung, dann gibt es eine endlose Liste an verpflichtenden Ausrüstungsgegenständen und am Ende entscheidet irgendjemand, ob die Ausrüstung genehm ist oder man ohne Erstattung der Gebühr abgewiesen wird. Klarer Fall von Abzocke, sonst könnte man ja wenigstens die Gebühr erstatten.
– Das Masca-Theater muß ich ja wohl kaum noch kommentieren: Über 40 Euro plus Bootspflicht plus Shuttlebus-Pflicht plus Ausrüstungkontrolle (s.o.). Mich wundert, daß das überhaupt noch jemand bucht.
Unser Resümee: Wanderer sind auf Teneriffa unerwünscht.
Liebe Regina,
danke dir für deinen ausführlichen Kommentar und deine Eindrücke aus Teneriffa. Das Thema Genehmigungen ist definitiv ein schwieriges und sehr komplexes.
Ich kann nur für mich sprechen: Auf der einen Seite verstehe ich den Aspekt des Naturschutzes und die Begrenzung des Zustroms in die besonders schützenswerten Naturräume bzw. des Schutzes vor Gefahren wie bei der Mufflonjagd. Auf der anderen Seite sehe ich auch, dass die Umsetzung – wie von dir geschildert – teilweise suboptimal ist.
Schade, wenn der Eindruck entsteht, man ist nicht mehr willkommen.
Viele Grüße Jutta
P.S.
Ich fände ja eine Genehmigung für Großprojekte wie Cuna del Alma oder die Formel-1 Strecke eine gute Sache. Und das, bevor Fakten per Bagger, Planierraupe etc. geschaffen werden. Aber das ist wohl ein anderes Thema …