Icod de los Vinos liegt im Norden Teneriffas und ist vor allem für den Drago Milenario bekannt, einen imposanten Drachenbaum, der zum Wahrzeichen der Stadt und der Kanarischen Inseln geworden ist.

Doch wer in Icod nur den Drachenbaum anschaut, verpasst einiges. Wer durch die Gassen der denkmalgeschützten Altstadt schlendert, entdeckt ein Teneriffa, das weit weg vom klassischen Urlaubstrubel liegt.

Das Gemeindegebiet erstreckt sich von der Küste bis zur Nordflanke des Teide-Massivs. Bei klarem Wetter gibt es immer wieder tolle Blicke auf den Teide, der über der Gemeinde thront.

Icod de los Vinos aus einen Blick

Region 

Nordwesten Teneriffas 

Charakter und Besonderheiten

ruhiges, ursprüngliches kanarisches Städtchen mit historischem Charme, lokaler Weinkultur und entspannter Atmosphäre

Highlights

Drago Milenario, historische Altstadt und lokale Weine

Ideal für

Kulturinteressierte, Familien, Naturliebhaber und Individualreisende

Dauer

ein halber Tag für Drago und Altstadt
länger bei Wanderungen und Ausflügen an die Küste

Bademöglichkeiten

Playa San Marcos, ca. 3 km unterhalb der Altstadt

Mietwagen

empfehlenswert, wenn du auch einen Stopp an der Küste einlegen möchtest

Übernachten

interessant für einen ruhigen Aufenthalt im Nordwesten der Insel

Gründung

1501

Einwohner

etwas über 7000 Einwohner
(Gemeinde rund 25000 Einwohner)

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Icod de los Vinos

Drago Milenario

Der berühmte Drachenbaum Drago Milenario ist für viele Touristen der wichtigste Grund nach Icod zu fahren. Das Wahrzeichen der Stadt hat eine Höhe von rund 21 m, einen Stammumfang von rund 17 Meter und soll rund 1000 Jahre alt sein. Auch wenn man sich beim Alter nicht ganz sicher ist, eins steht fest: dieser Drago gilt als der größte und älteste Drachenbaum der Welt.

Bereits 1917 wurde Icods Drago als Nationaldenkmal anerkannt und war früher, zusammen mit dem Teide, auf der spanischen 1000-Peseten-Banknote abgebildet.

Warum der Drago so anders aussieht als andere Bäume? Ganz einfach, er ist keiner. Sondern ein Spargelgewächs. Hier erfährst du, wie die charakteristische Krone entsteht und ob der Drago milenario wirklich 1000 Jahre alt ist.

Parque del Drago

Im Parque del Drago kannst du den Drachenbaum aus nächster Nähe sehen. Und nicht nur das: im rund drei Hektar großen Park kannst du weitere Vertreter der kanarischen Pflanzenwelt wie Kanaren-Wolfsmilch, Tabaiba, Lorbeergewächse und Kanarenpalmen entdecken, die entsprechend den unterschiedlichen Höhen- und Klimastufen Teneriffas gruppiert sind.

Der Park wird vom Barranco de Caforiño durchschnitten. Zwei Brücken führen über die Schlucht, die in der Antike immer Wasser führte und als „Ycod-Fluss“ bekannt war. Auf der anderen Seite erwarten dich u.a. eine kleine Vulkanhöhle, in der eine alte Guanchen-Mumienbestattung dargestellt ist, eine Weinpresse und einige Holzkohlemeiler. Und ein mit Picknickplatz mit fantastischer Aussicht auf die Stadt und natürlich auf den Drachenbaum.

Kein Anstehen: hier kannst du dein Ticket für den Parque del Drago vorab kaufen*

Plaza Andrés de Lorenzo Cáceres

Die üppig grüne Plaza de Andrés de Lorenzo Cáceres liegt in unmittelbarer Nähe zum Drachenbaum und lädt zum schlendern bzw. zu einer kleinen Pause ein.  Praktisch für alle Eltern: direkt neben dem kleinen Café-Restaurant im Musik-Pavillion gibt es einen Kinderspielplatz.

Auf dem Platz, der von dekorativen Balustraden umgeben ist, findest du breite Wege und Beete mit verschiedenen Bäumen und exotischen Pflanzen, historische Brunnen mit wasserspeienden Löwenköpfen, eine monumentale Freitreppe und die Kirche San Marcos.

Der in Platz liegt teilweise auf dem Gelände eines ehemaligen Zisterzienserinnenklosters, das 1630 gegründet und 1798 durch einen Brand zerstört wurde. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das mit der Zeit verwahrloste Gelände schrittweise zu einem öffentlichen Platz umgestaltet. Heute zieht die Plaza Reisende und Einheimische an und wird bei traditionellen Festen und kulturellen Veranstaltungen zum Treffpunkt der Stadt.

Kirche San Marcos

Die Iglesia Matriz de San Marcos Sie ist eine der ältesten und bedeutendsten Kirchen der Stadt, deren Ursprünge bis in die Zeit um 1500 zurückreichen. Im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts wurde die Kirche erweitert und erhielt ihr heutiges Aussehen.

Die schlicht weiß verputzte Außenfassade wird von einem manieristischen bzw. Renaissance-Hauptportal geprägt. Im Inneren beeindrucken drei Kirchenschiffe, acht Kapellen und kunstvolle Kassettendecken m Mudéjar-Stil, die aus dunkelrotbraunem Kernholz der Kanarischen Kiefer gefertigt sind. Sehenswert sind außerdem das Hauptportal aus der Spätrenaissance.und der reich verzierte Hauptaltar aus dem frühen 18. Jahrhundert.

Bekannt ist die Kirche für ihre sakralen Kunstwerke. Im Museum der Kirche kannst du das größtes Silberfiligrankreuz der Welt bewundern, das 2,40 m hoch ist und 1665 in Havanna angefertigt wurde.

Tipp: vom Weg hinter der Kirche und ganz besonders vom kleinen Pavillon aus, hast du einen perfekten Blick auf den Drago und die dahinter liegende, mit Palmen bewachsene Steilklippe La Culata. Ganz umsonst.

 Plaza de la Pila

Die Plaza de la Pila (offiziell eigentlich Plaza de la Constitución) ist wunderschöner, kleiner Platz im historischen Zentrum von Icod, der von vollständig erhaltenen Stadthäusern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert umgeben ist. Gut zu wissen: in zwei von ihnen gibt es heute Weinlokale, in denen du den typischen Wein und Käse probieren kannst.

Der allgemein gebräuchliche Name Plaza de la Pila bezieht auf den Brunnen, der 1716 in ihrer Mitte aufgestellt wurde und der Wasserversorgung der umliegenden Bevölkerung diente. Der Platz selbst ist noch deutlich älter, er wurde bereits 1632 eingeweiht.

In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich die Plaza zu einem wichtigen Mittelpunkt des gesellschaftlichen, zivilen und religiösen Lebens von Icod. Rund um den Platz entstanden die repräsentativen Wohnhäuser wohlhabender Familien, von denen einige bis heute erhalten sind. Mit ihren kunstvollen Holzbalkonen und ihrer traditionellen kanarischen Architektur prägen sie das historische Ambiente dieses besonderen Ortes.

Lorenzo-Cáceres-Haus

Das strahlend gelbe Lorenzo-Cáceres-Haus befindet sich gegenüber der Plaza de la Pila und ist eines der bedeutendsten Gebäude seiner Epoche. Das dreistöckige Herrenhaus wurde von1798 und 1814 im klassizistischen Stil errichtet. Bekannt ist es für seine markante Symmetrie und den mündlich überlieferten Mythos, es habe 365 Fenter und Türen – eine für jeden Tag des Jahres.

Du kannst das denkmalgeschütze Haus besichtigen und das sogar kostenlos. Hier gibt es Kunst- und Kulturausstellungen (freier Eintritt) und die Touristinformation von Icod de los Vinos.

Die historische Altstadt

Die Altstadt von Icod de los Vinos ist außergewöhnlich gut erhalten und steht als historisches Ensemble unter Denkmalschutz. Prächtige Häuser, kleine Plätze und historische Kirchen prägen das Stadtbild.

Tipp: Icod ist ein traditionelles Städtchen. Die Siesta gehört hier noch zum Alltag: Viele Geschäfte, Apotheken und kleinere Restaurants machen in der Mittagszeit zu.

Achte mal drauf: rund um die Plaza de la Pila stehen jahrhundertealte, repräsentative Stadthäuser, erbaut in traditionell kanarischer Bauweise mit den typischen Holzbalkonen und Mudéjar-Elementen. Diese Häuser stammen überwiegend aus dem 16. bis 18. Jahrhundert.

Entlang der kopfsteingepflasterten Straßen Calle San Sebastián und Calle San Agustín ist das Bild ein wenig anders:

  • In der Calle San Sebastián, die als Fussgängerzone vom Kirchplatz zum Rathaus führt, findest du neben traditionellen ein- bis zweigeschossige Häuser mit Holztüren und -fenstern, Ziegeldächern und einfachen Dachvorsprüngen auch bedeutende Herrenhäuser des 18. und 19. Jahrhunderts. Letztere spiegeln den einstigen Wohlstand wider, den Icod durch den Wein- und Zuckerrohrhandel sowie die Verbindungen nach Übersee erlangte.
  • In der Calle San Agustín findst du eine Mischung aus gut erhaltenen historischen Häusern und solche, die später mit neugotischen, modernistischen und neokanarischen Elementen umgebaut wurden.

Das späte 19. und frühe 20. Jahrhundert brachte den Stil des Eklektizismus nach Icod. Wohlhabende Rückkehrer aus Lateinamerika (den sogenannten Indianos) und das aufstrebende Bürgertum wollte keine „traditionellen Bauernhäuser“, sondern kombinierten Elemente verschiedener vergangener Epochen mit lokalen Handwerkstraditionen für ein mondänes Aussehen.

Die Fassaden dieser Wohnhäuser weichen vom schlichten kanarischen Stil ab. Sie nutzen häufig symmetrische Fensteranordnungen, dekorative Stuckelemente an den Fensterrahmen, Gesimse und kunstvoll gestaltete Brüstungen an den Dachkanten. Trotz europäischer und lateinamerikanischer Stileinflüsse behielten viele dieser Gebäude die typisch kanarische Raumaufteilung im Inneren bei, wie etwa den zentralen Patio, der für Licht und Belüftung sorgt.

Besonders sehenswerte Beispiele findest du in der Calle San Sebastián, Haus Nummer 6 und Nummer 28. Diese gelten die als klassische Vertreter der eklektischen Architektur gelten und sich durch markante, filigrane schmiedeeiserne Balkone auszeichnen.

Das ehemalige Franziskanerkloster San Francisco

Ein weiteres interessantes historisches Gebäude ist das ehemalige Franziskanerkloster San Francisco aus dem Jahr 1641. Heute wird das Gebäude unter anderem als städtische Bibliothek genutzt und du kannst u.a. den schönen Innenhof mit der Poseidonstatue und mit den umlaufenden Holzbalkone besichtigen.

Was kann man in Icod de los Vinos unternehmen?

Altstadt erkunden

Der Stadtkern von Icod ist denkmalgeschützt. Hier gibt es jede Menge hat jede Menge historische Häuser aus verschiedenen Epochen, kleine (steile) Gassen und tolle Ausblicke auf Meer und Teide zu entdecken.

Schmetterlingspark 

Schmetterlingspark (Mariposario) unweit des Drago, mit tropischem Garten und über 800 frei fliegenden Schmetterlingen aus der ganzen Welt.

Casa del Plátano

Das kleine Museum auf einer alten Hacienda zeigt die Geschichte des Bananenanbaus auf den kanarischen Insel, historische Maschinen, Werkzeuge, Fotos und ein nachgebautes Büro. Außerdem führt ein Rundgang durch eine echte, kleine Bananenplantage und zeigt die Vielfalt der verschiedenen Bananensorten.

Das kleine Museum in einer alten Hacienda , zeigt die Geschichte des Bananenanbaus auf den Kanarischen Inseln sowie historische Maschinen, Werkzeuge, alte Fotos und nachgebaute Bereiche wie ein Büro. Zum Rundgang gehört eine kleine Bananenplantage mit verschiedenen Bananensorten.

Tipp: du kannst hier übernachten*, im ersten Stock des Herrenhauses aus dem 17. Jahrhundert gibt es einige Apartamentes

Baden

An der Küste von Icod liegt der Playa San Marcos, eine geschützte Bucht mit Sand-Kiesstrand und einem kleinen Fischereihafen. Gut für dich, denn ein Teil der Fische landet in den Restaurants oberhalb des Strands (Pescado fresco, wird per Kilo bezahlt).

Essen und Trinken in Icod de los Vinos

Der Weinbau hat die Geschichte von Icod de los Vinos stark geprägt. Wenn das mal nicht der perfekte Grund ist die regionale Küche inklusive Getränke zu erkunden.

Unsere Empfehlung:

Wie viel Zeit sollte man für Icod de los Vinos einplanen?

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Zentrum sind gut zu Fuß zu erreichen. Für den Parque del Drago und einen Rundgang durch die Altstadt solltest solltest du etwa zwei bis drei Stunden einplanen.

Wenn du länger bleiben kannst, ergänze deinen Ausflug mit einem Abstecher ans Meer oder der Cueva del Viento, der längsten Lavahöhle Europas.

Anreise nach Icod

Mit dem Mietwagen

Mit dem Auto lässt sich über die Küstenstraße TF-42 gut erreichen.

Kostenlose Parkplätze vor Ort gibt es, können aber tagsüber knapp werden. Dann kannst du ins Parkhaus ausweichen. Hier findest du die verschiedenen Parkplätze, die nah zur Innenstadt liegen.

Mit dem Bus

Icod ist über verschiedene Buslinien gut angebunden, die Hauptverbindungen sind:

Zum Playa San Marcos geht es ungefähr einmal pro Stunde mit der Linie 362

Übernachten in Icod

Ideal für den ersten Kurzbesuch, alle Sehenswürdigkeiten der Stadt sind zu Fuß erreichbar:

Wenn du in einem historischen Haus nächtigen möchtest, solltest du dir diese zwei Hotel anschauen

Bekannte Feste und Events

Fiestas de San Marcos Evangelista

  • Patronatsfest zu Ehren des Schutzheiligen der Stadt
  • Höhepunkt: der Paseo de las Tradiciones, ein farbenfroher Umzug mit traditionellen Trachten, Musik, historischen Bräuchen und Darstellungen aus den verschiedenen Ortsteilen
  • jeweils rund um den Festtag des heiligen Marco am 25. April

Fiesta de las Tablas de San Andrés

  • das bekannteste Volksfest der Stadt
  • der erste neue Wein des Jahres wird geöffent und probiert, dazu gibt es geröstete Kastanien
  • bekannt ist das Fest für den Brauch auf Holzbrettern (tablas) die steilen Straßen hinabzurasen. Die Tradition geht auf das historische Handwerk der Region zurück. Damals transportierte wurden frisch geschlagene Holzstämme und beladene Weinfässer von den höher gelegenen Wäldern und Bodegas auf diese Weise hinab an die Küste oder zu den Lagerräumen transportiert
  • jeweils rund um den San-Andrés-Feiertag am 29. November

in der Nähe

Garachico: bekannt für seinen historischen Ortskern und die natürlichen Meerwasserbecken von El Caletón

Cueva del Viento: längste Lavahöhle Europas

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