Wer auf den Kanarischen Inseln trotz Verbot ins Meer geht oder gesperrte Naturbereiche betritt und einen Rettungseinsatz auslöst, soll künftig dafür zahlen.
Was auf den Kanaren geplant ist
Warnschilder, Sperrungen und Wetterwarnungen sind keine Formalität: Wer sie ignoriert, riskiert nicht nur sein Leben. Die Regierung der Kanarischen Inseln will bald Bußgelder für rücksichtsloses Verhalten bei Rettungseinsätzen verhängen. Zudem sollen die hohen Kosten bei nachgewiesener Fahrlässigkeit geltend gemacht werden.
Grundlage soll das neue Zivilschutz- und Notfallgesetz „Ley de Protección Civil y Emergencias“ sein, das noch vor Ende 2026 in Kraft treten soll.
Ziel der Maßnahmen
Ziel ist es, leichtsinniges Verhalten und unnötige Risiken an den Küsten und in den Bergen des Archipels zu reduzieren. Außerdem sollen die hohen Kosten für Rettungseinsätze gerechter verteilt werden. Denn immer wieder rücken Rettungskräfte aus, weil Warnungen vor gefährlichen Wetterbedingungen oder Badeverbote missachtet werden.
Ziel ist nicht, am Notfall zu verdienen, sondern Leben zu schützen: dein eigenes und das der Einsatzkräfte, die dich in extremen Bedingungen bergen.
Wichtig ist: Nicht jeder Unfall soll bestraft werden.
Bußgelder und das Bezahlen der Rettungskosten sind dann vorgesehen, wenn du eindeutig fahrlässig handelst und offizielle Warnungen missachtest.
Hintergrund der Maßnahme
Auf den Kanarischen Inseln werden 80 % der Rettungseinsätze durch fahrlässiges Verhalten von ausländischen Touristen verursacht.
Wann du zahlen musst
Wenn eine offizielle Warnung vorliegt oder der Zugang ausdrücklich verboten ist und du durch fahrlässiges Verhalten oder grobe Missachtung von Warnschildern einen Rettungseinsatz auslöst, sollst du die Kosten des Einsatzes selbst tragen müssen. Und nicht nur den Rettungswagen, sondern ggf. auch den teuren Hubschrauber‑Einsatz.
Die Regeln sind klar formuliert: Die Kosten wird erhoben, wenn du mindestens einen dieser Punkte ignorierst:
- es gibt eine offizielle Wetterwarnung (Sturm, starke Seegang, Regen usw.).
- du betrittst abgesperrte oder mit Absperrband geschlossene Zonen
- du badest an einem Strand, an dem die rote Flagge weht.
Das Bußgeld wird automatisch eingezogen
Künftig soll bei jedem Rettungseinsatz ein staatlicher Beamter anwesend sein, der noch vor Ort die persönlichen Daten der geretteten Person aufnimmt.
Bei einem Verstoß oder bei leichtsinnigem Verhalten soll ein automatisiertes bzw. systmatisierte Bearbeitung des Verfahrens eingeführt werden. Ziel ist es, dass das Bußgeld automatisch eingezogen. So soll sichergestellt werden, dass Gerettete auch dann zahlen, wenn sie schon abgereist sind.
So teuer wird es
Du musst die tatsächlichen Betriebskosten des Einsatzes tragen, das heißt:
- bis zu 2.000 Euro pro Stunde Hubschrauber
- plus anteilige Kosten für Rettungsboote und Einsatzkräfte an Land
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